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Staat und Sprache

Kurze Übersicht über die Geschichte der Tschechischen Republik

Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik bewohnten die Menschen bereits seit der Urzeit, die ältesten archäologischen Funde stammen aus der Zeit des Paläolithikums ( 2,5 Mio. - 750 000 vor Christi). Seit dem 3. Jhdt. vor Christi siedelten hier die Kelten, nach ihnen kamen etwa im 1. Jhdt. vor Christi die Stämme der Germanen und an der Wende des 5. zum 6. Jhdt. nach Christi wurden auf diesem Gebiet die Slawen sesshaft. Im 7. Jhdt. gab es auf dem Gebiet Tschechiens das s.g. Reich des Samo, eine höhere Stufe des Stammesbundes, das durch die Verbindung der slawischen Stämme entstand.

Die tschechische Geschichte von dem 9. Jahrhundert bis zum Jahr 1918

9. Jhdt.
...entstand das s.g. Großmährische Reich (833-906/907), das Zentrum war in Südmähren
863
Auf Ersuchen des Fürsten Rastislav kamen zwei Brüder aus Thessaloniki (Griechenland) - Konstantin (Kyrill) und Method - nach Mähren. Sie verbreiteten den christlichen Glauben, erstellten die älteste slawische Schrift, die s.g. Glagoliza, übersetzten in das Altkirchenslawische (erste Schriftsprache der Slawen) die grundlegenden religiösen Texte - das Altkirchenslawische wurde eine liturgische und literarische Sprache.
9./10. Jhdt.
Die Entstehung des ersten tschechischen (böhmischen) Staates.
9. Jhdt. - 1306
Die Přemysliden - die erste bedeutende Dynastie auf dem tschechischen (böhmischen) Thron, Gründung der Städte, Münzreform ( Přemysl Ottokar II., Wenzel II.)
1310–1437
Die Luxemburger - die ökonomische, politische und kulturelle Entwicklung der tschechischen Gesellschaft erreichte ihren Höhepunkt während der Herrschaft von Karl IV. (1346-1378), als Prag das Zentrum des Heiligen Römischen Reichs wurde.
6. 7. 1415
Der Gelehrte und kirchlicher Reformator Mistr Jan Hus wurde für seine Lehre auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1419–1436
Der Hussitismus, die Hussitenkriege - die Reformbewegung in der katholischen Kirche, die Bestrebung zu umfangreichen Reformen (Jan Žižka). Der radikale Flügel der hussitischen Bewegung wurde im Jahr 1434 in der Schlacht bei Lipany besiegt.
1458–1471
Georg von Podiebrad ("der hussitische König") - bemühte sich um die Bildung der mittelalterlichen "Gemeinschaft der Nationen", Europa sollte sich im Kampf gegen die Türken vereinen. Diese Idee ist schließlich gescheitert.
1471–1526
Die Epoche der Regierung der Jagiellonen.
1526–1918
Die Epoche der Regierung der Habsburger.
1576–1612
Rudolf II. von Habsburg - während seiner Regierung wurde Prag zum Sitz des Kaisers und das Zentrum der europäischen Kunst und Wissenschaft. Er unterstützte auch Astrologie und Alchemie, konzentrierte in Prag bedeutende Astronomen aus ganz Europa.
1620
1620 Schlacht am Weißen Berg
Die Schlacht am Weißen Berg beendete den s.g. böhmischen Ständeaufstand (1618 - 1620) gegen die Regierung der Habsburger.
Die Armee der böhmischen Stände wurde besiegt; in der s.g. Epoche nach dem Weißen Berg beginnt in den böhmischen Ländern die gewaltsame Rekatholisierung und der Niedergang sowohl der tschechischen Sprache als auch des Gesellschaftslebens. Es folgte eine Emigrationswelle - ins Ausland gingen rund 200 000 Tschechen; darunter war auch Johann Amos Comenius (1592-1670), einer der größten tschechischen Denker.
1740–1780
Die Epoche der Regierung von Maria Theresia - die s.g. theresianischen Reformen. Zu den wichtigsten gehörte der Erlass der Allgemeinen Schulordnung (1774), wodurch die Schulpflicht für die Kinder von 6 bis 12 Jahren eingeführt wurde.
1780–1790
Die Epoche der Regierung von Joseph II. - dem Sohn Maria Theresias, dem aufgeklärten Herrscher. Er setzte eine Reihe an aufklärerischen Reformen: die Abschaffung der Leibeigenschaft, das Toleranzpatent - die Bestrebung zur Modernisierung der habsburgischen Monarchie.
1775–1850
Der Prozess der nationalen Wiederbelebung, während deren die moderne tschechische Nation entsteht. Die leitende Kraft der nationalen Wiederbelebung wurde die fortschrittliche tschechische Intelligenz (z.B. Josef Dobrovský, Josef Jungmann, Alois Jirásek, Josef Kajetán Tyl, Karel Hynek Mácha, František Palacký, usw.). Die Entwicklung der modernen tschechischen Literatur wurde durch die Schaffung des modernen Tschechischen bedingt.
1867
Die Entstehung Österreich-Ungarns - das Staatsgebilde in Mittel- und Osteuropa, das durch den Ausgleich nach dem preußisch-österreichischen Krieg entstand. Es zerfiel im Jahr 1918.
1868
Die Grundsteinlegung des Nationaltheaters.
1883
Die feierliche Eröffnung des Nationaltheaters.
1914–1918
Der erste Weltkrieg - die Endresultat war der Zerfall Österreich - Ungarns und die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik.

Die tschechische Geschichte in den Jahren 1918-2014

28. 10. 1918
Es wurde die selbständige Tschechoslowakische Republik (ČSR) verkündet; an der Entstehung des selbstständigen tschechoslowakischen Staates hatten Tomáš Garrigue Masaryk (1850–1937) und seine engsten Mitarbeiter Edvard Beneš (1884–1948) und Milan Rastislav Štefánik (1880–1919) das Verdienst. T.G.Masaryk wurde zum ersten Präsidenten gewählt (er wurde insgesamt viermal gewählt).
1929–1933
Die Weltwirtschaftskrise.
1933
Adolf Hitler errichtete die faschistische Diktatur.
1935
Die Abdankung des Präsidenten Masaryk; zum zweiten Präsidenten wurde E. Beneš gewählt.
1938
Das Münchner Abkommen der vier Großmächte zwischen Hitler und den Vertretern Englands (Chamberlain), Frankreichs (Daladier) und Italiens (Mussolini) - die Tschechoslowakei wurde gezwungen die Grenzgebiete des Sudetenlandes an Deutschland abzutreten.
15. 3. 1939
Es begann die Besatzung der Tschechoslowakei durch die deutsche Wehrmacht (1939- 1945), auf dem besetzten Gebiet wurde das autonome Protektorat Böhmen und Mähren ausgerufen.
September 1939-1945
Der zweite Weltkrieg; ausländischer und inländischer Widerstand
Mai 1942
Es wurde ein Attentat auf den Reichsprotektor in Prag Reinhard Heydrich verübt - es folgte eine Epoche des Terrors, die s.g. Heydrichiade; Lidice und Ležáky wurden dem Erdboden gleichgemacht, viele Personen wurden hingerichtet.
5.–9. 5. 1945
Der Prager Aufstand brach aus.
8. 5. 1945
Die Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation in Berlin.
9. 5. 1945
Die Befreiung Prags durch die Rote Armee.
Während des Krieges verlor die Tschechoslowakei an die 360 000 Einwohner, d.h. 25 Einwohner von 1000. Durch die Größe der Verluste gemessen an der Bevölkerungsanzahl gehörte sie zu den fünf am meisten betroffenen Staaten in Europa.
August 1945
Die Potsdamer Konferenz - die Entscheidung der drei Großmächte (Russland, USA und Großbritannien) über die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn nach Deutschland.
Februar 1948
Der s.g. Siegesfebruar - die Regierungskrise brach aus und der kommunistische Putsch gelang; der Präsident E. Beneš ernannte die neue Regierung mit dem Kommunisten Klement Gottwald an der Spitze, daraufhin verweigerte der Präsident, die nichtdemokratische Verfassung zu unterschreiben und trat zurück und als neuer Präsident wurde Klement Gottwald gewählt.
1950
Politische Prozesse (General Heliodor Píka, Milada Horáková und weitere).
1967
Zum neuen Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Tschechoslowakei wurde Alexander Dubček gewählt - er wurde zum Symbol des s.g. Prager Frühlings.
21. 8. 1968
Die Besetzung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik durch die Armee der fünf Staaten des Warschauer Paktes als Reaktion auf den regenerierenden Prozess des Prager Frühlings - die Reform- und demokratische Entwicklung wurde gestoppt, A. Dubček wurde durch Gustav Husch ersetzt und es folgte die Periode der s.g. Normalisierung (die Wiederherstellung des prosowjetischen Regimes).
1977
Die Erklärung der Charta 77, der oppositionellen bürgerlichen Bewegung
17. 11. 1989
Die Protestdemonstration gegen das Regime, die s.g. Samtene Revolution.
Dezember 1989
Zum Präsidenten der Republik wurde Václav Havel gewählt.
1991
Abzug der Besetzungstruppen aus der Tschechoslowakei im Mai; die Tschechische und Slowakische Föderative Republik (ČSFR) wurde in den Europarat aufgenommen.
1. 1. 1993
Die Entstehung der selbstständigen Tschechischen Republik (durch die Teilung der Tschechoslowakei). Zum Präsidenten wurde Václav Havel gewählt, der wieder in den Wahlen im Jahr 1997 siegte.
19. Januar 1993
Die Aufnahme der Tschechischen Republik in die Vereinten Nationen.
12. 3. 1999
Die Tschechische Republik wurde in die NATO aufgenommen. Ihre Streitkräfte nahmen an den NATO-Operationen, zum Beispiel in Kosovo, Afghanistan oder Irak teil.
2003
Zum Präsidenten der Tschechischen Republik wurde Václav Klaus gewählt. Im Jahr 2008 wurde er zum zweiten Mal gewählt.
1. 5. 2004
Der Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union.
2013
Zum Präsidenten der Tschechischen Republik wurde Miloš Zeman gewählt.

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