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Staat und Sprache

Das Tschechische als slawische Sprache

Das Tschechische gehört zu den slawischen Sprachen (die ein Teil der indoeuropäischen Sprachfamilie sind), die durch eine reich entwickelte Flexion oder das Prinzip der "Beugung" von Wörtern gekennzeichnet sind. Ein Wort (z.B. {I}pes) gibt es in einer Reihe von anderen Formen (psa, psovi, psem, psi, psy usw.), je nachdem, welche grammatische oder syntaktische Funktion es ausgedrückt. Das Tschechische hat zwei Numeri (Singular und Plural), in denen man sieben Fälle unterscheidet (insgesamt kann also ein Wort bis zu 14 verschiedene Formen haben, aber in der Praxis sind viele Formen gleichlautend und die Funktion des Wortes wird aus dem Kontext abgeleitet). Bei den Verben unterscheidet man (wie in den anderen indoeuropäischen Sprachen) drei Personen (die erste, die auf den Sprecher hinweist, die zweite, die auf den Zuhörer hinweist, und die dritte, die auf die Subjekte hinweist, die nicht aktuell aktiv an der Kommunikation teilnehmen), zwei Numeri (Singular und Plural), drei Tempora (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft).

Die slawischen Sprachen können in drei Gruppen unterteilt werden: a) die westslawische Gruppe, die neben dem Tschechischen auch das Polnische und das Slowakische (auch das Sorbische und das Kaschubische) beinhaltet, b) die ostslawische Gruppe (das Russische, das Weißrussische und das Ukrainische), c) die südslawische Gruppe (das Serbische, das Montenegrinische, das Bosnische, das Kroatische, das Mazedonische und das Bulgarische).

Die Sprache, die dem Tschechischen am nächsten ist, ist das Slowakische. Es wird angeführt, dass die Sprecher, ohne jemals die zweite Sprache studiert zu haben, in der Lage sind, bis zu 95% zu verstehen. Dies liegt unter anderem auch an der Tatsache, dass von dem Jahr 1918 bis zum Jahr 1992 Tschechien und die Slowakei die Bestandteile eines Staates mit zwei Amtssprachen waren, auf Tschechisch und auf Slowakisch haben auch die Massenmedien, wie das Radio (strahlt seit dem 18. 5. 1923 aus) oder das Fernsehen (regelmäßig sendet ab 25. 2. 1954), ausgestrahlt.Für die slawischen Muttersprachler ist es relativ leicht, das Tschechische zu lernen, dank der Ähnlichkeit ihrer Muttersprache mit dem Tschechischen und daher auch der Systeme. Auf der anderen Seite ist es für sie schwieriger, sich eine Reihe von slawischen Intrusionen abzugewöhnen, typisch sind die verschiedenen Endungen des Flexionssystems oder der Akzent. Dieses Problem haben im Gegensatz dazu die nicht-slawischen Sprecher nicht, die das Tschechische sozusagen "aus dem Nichts" lernen. Metaphorisch kann man das Lernen der tschechischen Sprache für die nicht-slawischen Sprecher mit dem Bau eines Hauses auf einer (mehr oder weniger, je nach Ursprungsland und nach der Kenntnis anderer Sprachen) grünen Wiese vergleichen, im Falle der slawischen Muttersprachler handelt es sich eher um die "Rekonstruktion" des Hauses.

Der Wortschatz ist meist slawischen Ursprungs. Das Tschechische und das verwandte Slowakische halten bis zu 98% des urslawischen Wortschatzes, den meisten im Vergleich mit anderen slawischen Sprachen. Eine Reihe von Wörtern hat das Tschechische aus anderen Sprachen übernommen, insbesondere (falls es sich um Fachbegriffe handelt) aus dem Griechischen oder dem Lateinischen (z.B. {filozofie oder škola), aus dem Deutschen (šunka), aus dem Russischen (vzduch), aus dem Italienischen (die Musikterminologie), aus dem Französischen (die Ausdrücke aus dem Modebereich) und aus dem Englischen (Sportausdrücke und in letzter Zeit die Ausdrücke aus dem IT-Bereich).

Wie viele Wörter das Tschechische hat, ist nicht möglich zu bestimmen (das Tschechische - wie jede lebende Sprache - entwickelt sich noch immer), es wird jedoch angeführt, dass das Tschechische etwa 300.000 Wortwurzeln hat (somit eine Art von Wortgrundlagen, aus denen mit der Hilfe von Endungen konkrete Wortformen erstellt werden). Zurzeit hat das umfangreichste Handwörterbuch der tschechischen Sprache, nach und nach in den Jahren 1935-1957 herausgegeben, etwa 250.000 Stichwörter. Es enthält einerseits nicht den peripheren Wortschatz (also jene Wörter, die ein Minimum von Sprechern kennt und verwendet) und andererseits auch nicht die allgemein verwendeten und populären Wörter (z.B. Vulgarismen). Es konzentriert sich nämlich auf die Beschreibung des hochtschechischen Wortschatzes auf Basis von Auszügen aus der Belletristik, Zeitschriften und teilweise Zeitungen. Das Wörterbuch der literarischen tschechischen Sprache, dessen erste Ausgabe in den Jahren 1960-1971, die zweite Ausgabe 1989 veröffentlicht wurde, hat etwa 192.000 Stichwörter. Das vom Umfang her kleinste Wörterbuch der tschechischen Schriftsprache für die Schule und die Öffentlichkeit (erste Ausgabe 1978, zweite, überarbeitete Auflage 1994) enthält etwa 48 000 Stichwörter, die den Kern des schriftsprachlichen Wortschatzes repräsentieren. Die Gesamtzahl der Wörter der tschechischer Sprache wird auf 2 Millionen geschätzt.

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