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Gesundheitssystem

Vorgang beim Einlegen einer Beschwerde bei der Gewährung der Gesundheitsfürsorge

In jenen Fällen, wo die Person vermutet, dass ihr keine angemessene Gesundheitsfürsorge zuteilgeworden ist oder es zum Verzug bei der Gewährung einer hochwertigen unabdingbaren Gesundheitsfürsorge gekommen ist, ggf., dass ihr die nötige Versorgung verweigert wurde, hat diese das unanfechtbare Recht, Beschwerde einzulegen. Sofern die Person mit dem Verhalten des Arztes oder mit seiner Vorgehensweise unzufrieden ist, seine mitgeteilten Informationen als ungenügend betrachtet oder sogar den Verdacht auf Vernachlässigung der obligatorischen Fürsorge bzw. auf ein Fehlverhalten bei Operationen hegt, kann diese ebenfalls Beschwerde einlegen.

Wie soll beim Einlegen der Beschwerde vorgegangen werden

Das Einlegen einer Beschwerde ist meist einer der letzten Schritte in einer Situation, in der der Patient mit der Art und Weise der Gewährung der Gesundheitsfürsorge oder mit ihren Ergebnissen unzufrieden ist. Es ist jedoch vorteilhaft, alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die entstandene Situation zu lösen. Es kann passieren, dass die Ursache des Problems lediglich ein kleines Missverständnis, eine unzureichende Fähigkeit oder in einem schlimmeren Falle die fehlende Bereitschaft des medizinischen Personals, alles ausreichend und detailliert zu erklären, ist. Am günstigsten ist es, kleinere Schwierigkeiten mit einem persönlichen Besuch zu lösen und dies sollte am besten so bald wie möglich erfolgen.

Ist der Patient mit der Gesundheitsfürsorge unzufrieden, ist es wünschenswert, die Einwände mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, zugleich müssen auch der leitende Arzt, d.h. der Primar einer Abteilung , und die Mitarbeiter des Topmanagements (Geschäftsführer oder seine Stellvertreter) die Einwände anhören.

Handelt es sich um schwerwiegendere Fälle, ist es wirksamer, die Beschwerde schriftlich einzulegen, was den Erhalt einer schriftlichen Antwort zu einem entsprechenden Termin garantiert. Beschwerde kann auch durch einen getätigten Anruf, das Schickens eines Faxes bzw. mittels elektronischer Post eingelegt werden.

Nach dem Gesetz über die Gesundheitsleistungen wird die Beschwerde gegen den Dienstleister, hier gegen den Arzt, oder den Leiter einer Gesundheitseinrichtung eingelegt. Sofern die Person, die die Beschwerde eingereicht hat, der Erledigung dieser nicht zustimmt, kann sie beim zuständigen Verwaltungsorgan, das dem Dienstleister eine Befugnis zur Gewährung der Gesundheitsleistungen erteilt hat, d.h. in den meisten Fällen dem Bezirksamt (Krajský úřad), in dessen Verwaltungsbereich sich die Gesundheitseinrichtung befindet, Beschwerde einlegen.

Bei Verdacht auf ein fachliches Fehlverhalten oder unethisches Verhalten des Arztes, kann die Beschwerde bei der Tschechischen Ärztekammer, der Tschechischen Zahnärztekammer oder bei einer anderen Berufsorganisation eingelegt werden. Die Tschechische Ärztekammer, ebenso wie die anderen Berufsorganisationen, sind als Garant der Fachlichkeit verpflichtet, sich mit der Angelegenheit des Patienten zu beschäftigen.

Das Gesetz über die Gesundheitsleistungen regelt wörtlich nicht die Möglichkeit, bei der Krankenkasse Beschwerde einzulegen, wenn auch die Möglichkeit, Beschwerde einzulegen, nicht ausgeschlossen wird. Die Krankenkasse kann sich mit dem Fehlverhalten auseinandersetzen, sofern sie mit dem zuständigen Krankenhaus, der zuständigen Klinik oder dem zuständigen Arzt einen Vertrag abgeschlossen hat. Durch ihren Revisionsarzt überprüft die Krankenkasse die Rechtfertigung des medizinischen Prozesses unter besonderer Berücksichtigung auf seinen Verlauf und auf das Verschreiben der Arzneimittel bzw. der Gesundheitsdienstleistungen, ob die gewährte Fürsorge der der Krankenkasse verrechneten Fürsorge entspricht, ob lediglich die nötigen Leistungen verrechnet wurden und ob die Art der gewährten Gesundheitsfürsorge dem Gesundheitszustand des Patienten entspricht.

Zuständige Organe, bei denen Beschwerde eingelegt werden kann

  1. Anbieter von Gesundheitsleistungen, d.h. der Arzt, der leitende Arzt, Geschäftsführer, etc. Der Anbieter überprüft die Beschwerde und übermittelt dem Patienten seine Stellungnahme. Die Beschwerde muss innerhalb von 30, spätestens von 60 Tagen ab dem Tag ihres Erhalts erledigt werden.
  2. Das zuständige Verwaltungsorgan, das dem betroffenen Anbieter der Gesundheitsleistungen die Befugnis zur Gewährung der Gesundheitsleistungen erteilt hat (Bezirksämter/ Krajské úřady, Magistrat der Stadt Prag, Justizministerium, Innenministerium, Verteidigungsministerium, sofern diese Träger des Anbieters sind ). In Fällen, dass der Erledigung der Beschwerde durch den Anbieter nicht zugestimmt wird, wird bei diesem Verwaltungsorgan Beschwerde eingelegt.
  3. Bei der Tschechischen Ärztekammer, bei der Tschechischen Zahnärztekammer oder bei einer anderen Berufsorganisation, die sich mit Beschwerden im Zusammenhang mit einem möglichen Fehlverhalten bei der fachlichen Vorgehensweise bzw. bei Verdacht auf unethisches Verhalten des Arztes befassen.

    Beschweren kann man sich über unethisches oder fachlich unzulängliches Verhalten des Arztes bis zu einem Jahr von dem Zeitpunkt an, wo es zu diesem Verhalten gekommen ist. Beschwerde muss nicht allein vom betroffenen Patienten eingelegt werden, sondern von wem auch immer (z. B. von seinen Verwandten). Es muss sich um eine schriftliche Beschwerde handeln und diese sollte innerhalb von sechs (6) Monaten ab dem Eingangsdatum erledigt werden.

    Sofern der Patient dem nicht zustimmt, wie seine Beschwerde erledigt wurde, kann er innerhalb von fünfzehn (15) Tagen ab Erhalt des Beschlusses der Revisionskommission einen Einwand einlegen, über den in der Folge der Ehrenrat der Tschechischen Ärztekammer zu entscheiden hat. Gegen diesen Beschluss kann noch der Arzt, gegen den das Verfahren läuft, oder ein beauftragtes Mitglied der Revisionskommission widerrufen.

  4. Bei der Krankenkasse, sofern diese mit dem zuständigen Krankenhaus, der zuständigen Klinik oder dem zuständigen Arzt einen Vertrag abgeschlossen hat, vor allem in Fällen, wo überprüft werden muss, ob die Rechtfertigung des medizinischen Prozesses unter besonderer Berücksichtigung auf seinen Verlauf und auf das Verschreiben der Arzneimittel bzw. der Gesundheitsdienstleistungen, ob die gewährte Fürsorge der der Krankenkasse verrechneten Fürsorge entspricht, ob lediglich die nötigen Leistungen verrechnet wurden und ob die Art der gewährten Gesundheitsfürsorge dem Gesundheitszustand des Patienten entspricht. Es ist ebenfalls möglich, sich in jenen Fällen, in denen der Arzt oder ein anderer Mitarbeiter es abgelehnt haben, eine durch die Krankenkasse gedeckte Gesundheitsleistung durchzuführen, an die Krankenkasse zu wenden.

    Die Erledigung der Beschwerde erfolgt nach der Verwaltungsordnung, die eine Erledigung innerhalb von 60 Tagen vorschreibt.

Quelle: Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik, www.mzr.cz/Cizinci/

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